Bauverwaltung Hannover
Koordination über Fachgrenzen hinweg
An der Sanierung der Bauverwaltung Hannover sind mehrere Fachdisziplinen beteiligt, die jeweils in ihrer eigenen Softwareumgebung arbeiten. Die Modelle werden über Autodesk Forma ausgetauscht, sowohl im offenen IFC-Format als auch im nativen RVT-Format. Forma ist eine cloudbasierte Plattform, über die Planungsbeteiligte ihre 3D-Gebäudemodelle austauschen und gemeinsam betrachten können, ohne dass alle dieselbe Software installiert haben müssen. So fließen Architektur, technische Gebäudeausrüstung und Tragwerksplanung in einen gemeinsamen digitalen Planungsstand ein.
Damit aus diesen einzelnen Modellen ein stimmiges Gesamtbild entsteht, arbeiten die Fachdisziplinen eng zusammen: In regelmäßigen Koordinationsbesprechungen und einer gemeinsamen Kollisionsbearbeitung werden die Modelle laufend abgeglichen und Konflikte zwischen den Gewerken identifiziert. Grundlage dafür ist ein gemeinsames Koordinationsmodell, an dem alle Beteiligten ihre Planungsstände sichtbar machen und besprechen. So bleibt trotz unterschiedlicher Fachsoftware und getrennter Ausgangsmodelle ein durchgängig abgestimmter Planungsstand erhalten.
Bauverwaltung Hannover - Ein Gebäude, viele Baualtersklassen
- Denkmalgeschützte Sanierung
- Leistungsphasen: 2 - 8
- Kostengruppe: 400
- Nutzung: Büro und Tiefgarage
Über die Jahrzehnte wurde die Bauverwaltung Hannover mehrfach umgebaut und funktional angepasst. Mit Folgen für die heutige Planung: Innerhalb desselben Gebäudes treffen unterschiedliche Baualtersklassen und technische Standards aufeinander, von älterer Bausubstanz bis zu späteren Ergänzungen und Umbauten. Für die technische Gebäudeausrüstung bedeutet das, dass nicht ein einheitlicher Bestand geplant wird, sondern mehrere, teils sehr unterschiedliche Ausgangslagen innerhalb eines Gebäudes berücksichtigt werden müssen.
Im BIM-Modell werden diese Unterschiede systematisch erfasst, statt den Bestand pauschal als homogene Einheit zu behandeln. So lässt sich für jeden Gebäudebereich nachvollziehen, welche technischen Standards vorliegen und wo neue Systeme an ältere Strukturen anschließen müssen. Das schafft die Grundlage dafür, die Sanierung gezielt auf die jeweilige Bausubstanz abzustimmen. Statt Lösungen zu entwickeln, die zwar für einen Gebäudeteil passen, an anderer Stelle aber zu Konflikten mit der vorhandenen Substanz führen.
Energetische Ertüchtigung im Denkmalschutz
Ein hohes Gebäudealter bringt bei der Bauverwaltung Hannover besondere Anforderungen an Erhalt, Sanierung und Modernisierung mit sich. Anders als im Neubau lässt sich Energieeffizienz hier nicht frei planen, sondern muss innerhalb der Grenzen entwickelt werden, die der Denkmalschutz vorgibt: Fassade, Fensterkonstruktionen und äußeres Erscheinungsbild bleiben erhalten, während Technik und Gebäudehülle dennoch auf einen zeitgemäßen energetischen Stand gebracht werden sollen.
Im BIM-Modell werden bestehende Bauteile und ihre energetischen Eigenschaften erfasst, sodass sich Modernisierungsmaßnahmen gezielt dort ansetzen lassen, wo sie den größten Effekt erzielen, ohne denkmalgeschützte Substanz zu gefährden. Das reduziert Berechnungsunsicherheiten und macht bereits in der Planungsphase sichtbar, welche technischen Lösungen mit den Anforderungen des Denkmalschutzes vereinbar sind und welche nicht. So verbindet sich die Bewahrung des historischen Charakters mit einer spürbaren Verbesserung der energetischen Performance.